Veränderung wird oft gefeiert.
Neuanfang. Wachstum. Entwicklung. Next Level.
Und ja – manchmal fühlt sie sich genau so an: kraftvoll, klar, stimmig.
Aber manchmal fühlt sich Veränderung ganz anders an.
Zäh. Unübersichtlich. Unruhig.
Nicht wie Aufbruch, sondern wie ein inneres Stolpern.
Und vielleicht ist genau das der Teil, über den wir zu selten sprechen.
Warum Veränderung nicht immer motivierend ist
Unser Kopf ist oft schneller als unser Körper.
Er versteht Zusammenhänge, trifft Entscheidungen, erkennt Notwendigkeiten.
Der Körper hingegen reagiert anders.
Er braucht Sicherheit. Orientierung. Zeit.
Wenn sich etwas im Außen verändert – ein Plan, eine Richtung, ein inneres Bild – muss das Nervensystem erst hinterherkommen. Und das passiert nicht auf Knopfdruck.
Unruhe, Müdigkeit, Zweifel oder ein diffuses Gefühl von „irgendwie passt es gerade nicht“ sind keine Zeichen von Schwäche.
Sie sind Zeichen von Verarbeitung.
Veränderung ist Bewegung – auch wenn sie sich stockend anfühlt
Je länger ich mich mit Bewegung beschäftige, desto klarer wird mir:
Veränderung funktioniert nicht, wenn wir versuchen, sie festzuhalten oder zu kontrollieren.
Sie funktioniert, wenn wir mit ihr gehen.
So wie im Flow.
Nicht jede Bewegung ist elegant.
Nicht jeder Übergang leicht.
Aber alles bleibt in Kontakt.
Manchmal ist Veränderung kein Sprung, sondern ein langsames Verlagern des Gewichts.
Ein Testen. Ein Zurücknehmen. Ein erneutes Ansetzen.
Und auch das ist Bewegung.
Warum wir nicht alles sofort halten müssen
Oft entsteht Druck genau dort, wo wir glauben, Entscheidungen müssten endgültig sein.
Als würden wir uns mit jedem Ja oder Nein auf eine feste Version unseres Lebens festlegen.
Doch Leben ist nicht linear.
Bedürfnisse verändern sich.
Rahmenbedingungen auch.
Umentscheiden bedeutet nicht, dass der erste Schritt falsch war.
Es bedeutet, dass du mit dir in Verbindung geblieben bist, während sich etwas verändert hat.
Und das ist keine Instabilität.
Das ist Anpassungsfähigkeit.
Innere Stabilität heißt nicht Stillstand
Stabil zu sein bedeutet nicht, alles im Griff zu haben.
Es bedeutet, auch in Bewegung bei dir zu bleiben.
Nicht alles festzuhalten.
Nicht alles sofort zu lösen.
Sondern innerlich beweglich zu bleiben – ohne dich selbst zu verlieren.
Manchmal ist genau das die größte Form von Sicherheit:
zu wissen, dass du reagieren darfst, statt alles vorauszuplanen.
Ein Perspektivwechsel, der Druck rausnimmt
Statt dich zu fragen: „Wie halte ich das jetzt fest?“
Frag dich vielleicht:„Wie kann ich mit dieser Veränderung gehen?“
Nicht gegen sie arbeiten.
Nicht ihr hinterherrennen.
Sondern Schritt für Schritt mitgehen – in deinem Tempo.
Auch das ist Stabilität.
Eine sehr lebendige sogar.
Ein leiser Reminder zum Schluss
Wenn sich Veränderung gerade nicht gut anfühlt, heißt das nicht, dass sie falsch ist.
Vielleicht ist sie einfach noch nicht integriert.
Vielleicht braucht dein System gerade Zeit, um aufzuschließen.
Du musst nichts beschleunigen.
Du musst nichts erklären.
Du darfst dir erlauben, unterwegs zu sein.
Nicht perfekt.
Nicht fertig.
Aber ehrlich. 🧡✨