Der Jahresanfang bringt oft eine ganz bestimmte Energie mit sich.
Überall geht es um Neustart, Ziele, Vorsätze. Um das Gefühl, jetzt direkt loslegen zu müssen – mit Klarheit, Motivation und vollem Drive.
Und gleichzeitig spüren viele etwas ganz anderes.
Mehr Müdigkeit.
Mehr Rückzug.
Mehr Bedürfnis nach Ruhe.
Vielleicht ist das kein Widerspruch.
Vielleicht ist es ein Hinweis.
Die Natur schaltet gerade nicht auf Wachstum
Wenn wir nach draußen schauen, sehen wir keine Aufbruchsstimmung.
Keine Knospen.
Kein Drängen nach vorne.
Der Winter ist eine Zeit des Sammelns.
Energie zieht sich zurück. Prozesse laufen leise im Hintergrund.
Nichts wirkt spektakulär – und doch passiert viel.
Nicht sichtbar.
Aber wirksam.
Und wir sind Teil dieses Rhythmus.
Warum Rückzug kein Rückschritt ist
In einer Welt, die ständig nach Fortschritt fragt, fühlt sich Rückzug schnell falsch an.
Als würde man etwas verpassen. Zurückbleiben. Stillstehen.
Doch Rückzug ist keine Abwesenheit vom Leben.
Er ist eine andere Form von Teilnahme.
Eine, in der wir weniger reagieren und mehr wahrnehmen.
Eine, in der wir nicht beschleunigen, sondern zuhören.
Gerade im Winter ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern von Intelligenz.
Geduld als aktive Qualität
Geduld wird oft mit Passivität verwechselt.
Mit Warten. Mit Nichts-Tun.
Dabei ist Geduld etwas sehr Aktives.
Sie bedeutet, dem richtigen Moment Raum zu geben.
Nicht alles zu forcieren.
Nicht jede Unklarheit sofort aufzulösen.
Manches fühlt sich unfertig an, weil es es noch ist.
Nicht, weil es falsch wäre.
Verbindung entsteht, wenn wir langsamer werden
Wenn das Tempo sinkt, wird Wahrnehmung feiner.
Gedanken sortieren sich.
Der Körper meldet sich klarer.
Langsamkeit ist kein Rückschritt – sie ist ein Türöffner.
Für Verbindung.
Zu dir.
Zu deinem Körper.
Zu dem, was wirklich wichtig ist.
Nicht alles will jetzt entschieden werden.
Nicht jede Idee umgesetzt.
Nicht jeder nächste Schritt bekannt sein.
Eine kleine Einladung für diese Zeit
Vielleicht darf der Winter für dich genau das sein:
eine Phase des Sammelns.
Nicht als Pause vom Leben.
Sondern als Vorbereitung darauf.
Du musst nichts beschleunigen.
Du musst nichts erklären.
Du darfst dir Zeit lassen.
Und darauf vertrauen, dass Klarheit oft dann entsteht,
wenn wir aufhören, sie zu erzwingen.
Fazit: Dein Rhythmus ist richtig
Fazit: Dein Rhythmus ist richtig
Wenn ich auf diese drei Themen dieser Ausgabe zurückblicke –
Bewegung, Veränderung und Rhythmus –
dann verbindet sie alle derselbe Gedanke:
Du musst dich nicht überholen.
Du darfst langsamer werden.
Und du darfst deinem eigenen Tempo vertrauen.
Im Winter muss nichts wachsen.
Manches darf einfach sein. 🧡✨