Bewegung war für mich schon lange ein Zuhause, bevor Yoga einen Namen dafür hatte.
Fitnesstraining, Pilates, funktionelles Arbeiten – alles Orte, an denen es um Stabilität, Technik und ein gutes Fundament ging. Und auch wenn Yoga heute den größten Teil meines Unterrichtens ausmacht, ist diese Basis nie verschwunden.
Vielleicht, weil ich immer wieder spüre:
Der Körper will nicht entweder geführt oder gefühlt werden.
Er will beides.
Wenn Bewegung sich entscheiden soll – aber nicht muss
In der Bewegungswelt begegnen uns oft zwei scheinbare Gegensätze.
Auf der einen Seite klare Ausrichtung, funktionelle Prinzipien, Struktur.
Auf der anderen Seite somatische Ansätze, Wahrnehmung, Intuition, Spüren.
Manchmal entsteht daraus das Gefühl, man müsse sich entscheiden.
Technik oder Gefühl.
Stabilität oder Weichheit.
Doch genau hier beginnt für mich der Denkfehler.
Unser Körper funktioniert nicht in Polen, sondern in Zusammenspiel.
Was Struktur dem Körper schenkt
Ausrichtung ist kein Korsett.
Sie ist ein Angebot.
Ein gutes Alignment gibt dem Körper Orientierung.
Es schafft Sicherheit, gerade dann, wenn Bewegung komplexer oder kraftvoller wird.
Struktur hilft uns, Kraft sinnvoll zu verteilen, Gelenke zu schützen und Bewegungen effizient zu organisieren.
Nicht als starres „richtig oder falsch“, sondern als stilles Signal:
Hier ist Halt. Du kannst dich darauf verlassen.
Was Somatics wieder lebendig macht
Somatische Ansätze setzen genau dort an, wo Struktur allein nicht reicht.
Sie laden dazu ein, feiner hinzuhören. Übergänge wahrzunehmen. Spannung zu spüren, bevor sie zu viel wird.
Somatics arbeiten nicht von außen nach innen, sondern von innen nach außen.
Nicht über Korrektur, sondern über Beziehung.
Der Körper wird nicht optimiert – er wird befragt.
Was fühlt sich gerade stimmig an?
Wo entsteht Widerstand?
Was braucht heute weniger, was mehr?
Der Sweet Spot liegt nicht im Entweder-oder
Je länger ich unterrichte und selbst praktiziere, desto klarer wird mir:
Nachhaltige Bewegung entsteht genau zwischen diesen beiden Welten.
Struktur macht Weichheit sicher.
Wahrnehmung macht Struktur sinnvoll.
Oder anders gesagt:
Ein gutes Fundament trägt dich –
aber erst das Spüren zeigt dir, wie du es nutzt.
In diesem Dazwischen entsteht Bewegung, die nicht nur funktioniert, sondern sich auch langfristig gut anfühlt.
Warum dieser Ansatz gerade jetzt wichtig ist
Viele Körper stehen aktuell unter Spannung.
Nicht nur durch Training, sondern durch Alltag, Reizüberflutung, Entscheidungen, Veränderung.
Reine Struktur kann dann schnell zu viel werden.
Reines Spüren manchmal zu wenig Halt geben.
Das Zusammenspiel aus beidem schafft Balance.
Es erlaubt Kraft – ohne Härte.
Es erlaubt Weichheit – ohne Orientierungslosigkeit.
Ein Sweet Reminder für deine Praxis
Vielleicht geht es gerade gar nicht darum, mehr zu machen.
Sondern genauer hinzuhören.
Nicht jede Bewegung muss maximal sein.
Nicht jedes Gefühl eindeutig.
Nicht jede Haltung perfekt.
Manchmal reicht es zu spüren, wie du dich bewegst –
und was sich verändert, wenn Struktur nicht als Einschränkung verstanden wird, sondern als Unterstützung.
Fazit: Bewegung als Dialog
Dein Körper ist kein Projekt.
Er ist ein intelligentes System, das ständig kommuniziert.
Wenn wir lernen, Struktur und Spüren miteinander zu verbinden, entsteht etwas sehr Wertvolles:
Bewegung, die trägt.
Bewegung, die reguliert.
Bewegung, die sich echt anfühlt.
Genau dort liegt für mich der Sweet Spot.
Zwischen Alignment & Embodiment.
Zwischen Wissen & Wahrnehmen.
Zwischen Halt & Freiheit. 🧡✨